
13. Mai 2023
Musikvermittlung
Ich und meine Rollen
Ich liebe es, auf der Bühne nicht nur „eine Version“ von mir zu sein. Je nach Format schlüpfe ich in unterschiedliche Rollen – und jede davon hat ihre eigene Energie. Das ist kein Verstecken, eher ein Ausprobieren: Welche Seite hilft dem Publikum heute am meisten, mitzugehen, mitzumachen, mitzudenken?
Die Gastgeberin
Das ist die Rolle, die den Raum hält. Ich begrüße, rahme, mache es leicht, anzukommen – damit sich alle trauen, mitzugehen. Die Gastgeberin merkt schnell: Braucht die Gruppe gerade mehr Sicherheit oder mehr Tempo? Mehr Ruhe oder mehr Spiel?
Die Storytellerin
Wenn ich erzähle, baue ich einen roten Faden, damit aus einzelnen Momenten ein Erlebnis wird. Ich liebe Dramaturgie: Einstieg – Überraschung – Wendepunkt – „Aha!“ – Abschluss. Storytelling ist mein Trick, damit Musik nicht abstrakt bleibt, sondern eine Geschichte bekommt, in der man sich wiederfindet.
Die Musikerin
Egal wie lustig, interaktiv oder chaotisch es gerade wird: Der Klang ist nie „nebensächlich“. In dieser Rolle geht es um Qualität, um Timing, um das feine Hinhören. Das ist die Stimme in mir, die sagt: Wir dürfen spielen – aber wir nehmen die Musik ernst.
Die Improvisatorin
Das ist die Version von mir, die Überraschungen liebt. Wenn etwas anders läuft als geplant (und das tut es), wird’s erst richtig spannend: Ich greife spontane Ideen auf, baue sie ein, mache aus Pannen Pointen und aus Unsicherheit Mut. Diese Rolle hat Humor – und ein sehr gutes Radar für den Moment.
Die Erfinderin
Ganz ehrlich: Ich liebe es, mir immer wieder etwas Neues auszudenken. Neue Figuren, neue Einstiege, neue Spiele, neue Themen, neue Formen von Interaktion. Ich mag Formate, die wachsen dürfen – weil jede Gruppe anders ist und weil ich selbst gerne in Bewegung bleibe.
Vielleicht ist genau das der Kern meiner Bühnenarbeit: Ich komme nicht mit einer fertigen Schablone, sondern mit einem Werkzeugkoffer. Und dann schauen wir gemeinsam, was an diesem Tag daraus werden kann.









