6. Mai 2026

Musikvermittlung

Ich bin Musikvermittlerin.

Das heißt: Ich übersetze nicht einfach „Klassik“ in Alltagssprache – ich baue eher kleine Brücken zwischen Klang und Mensch. Manchmal ist das eine Bühne, manchmal ein Klassenzimmer, manchmal ein Kulturhaus irgendwo zwischen Anreise-Kaffee und Soundcheck.

Meine Arbeit ist meistens weniger „erklären“, sondern eher: Räume öffnen. Neugier anzünden. Menschen einladen, Musik nicht nur zu verstehen, sondern zu erleben. Und ja: manchmal heißt das auch, dass wir gemeinsam singen.

Was ich daran liebe: Musikvermittlung ist Gastgeber:in sein, Dramaturg:in sein, manchmal auch Feuerwehr (wenn die Technik beschließt, heute „künstlerisch frei“ zu nehmen). Vor allem ist es die Kunst, aus „Ich glaub, das ist nix für mich“ ein „Oh! Das war gerade wirklich meins“ zu machen. Niederschwellig, aber nicht banal. Persönlich, aber nicht peinlich. Und idealerweise so, dass man am Ende rausgeht und sich denkt: Ich war Teil davon.

Authentisch und echt

Nach außen sieht man oft nur die schönen Ausschnitte: ein Satz, ein Foto, ein Clip „in Action“. Hinter diesen Momenten steckt aber viel Feinarbeit: Wie fängt man an, ohne dass es nach Schule riecht? Wie erzählt man eine Geschichte, ohne zu überfrachten? Wie bleibt es musikalisch hochwertig – und gleichzeitig so offen, dass wirklich alle reinpassen?

Wenn du mich also fragst, was Musikvermittlung „im Allgemeinen“ ist: Für mich ist es der Versuch, aus einem Workshop oder Konzert keinen Vortrag zu machen, sondern eine Begegnung. Zwischen Menschen. Zwischen Generationen. Zwischen „Ich kenn das nicht“ und „Ich will mehr davon“. Und manchmal auch zwischen einem geplanten Ablauf und der Realität, in der plötzlich 1000 Kinder sehr überzeugt ein Lied anstimmen, als wäre das gerade das Wichtigste auf der Welt.

Spoiler: Ist es manchmal auch. 😉

Meine Arbeitsfelder sind vielseitig